Instrumente in der Anbetung Gottes

Ich spiele selber Instrumente und vor einigen Jahren machte ich in der Gemeinde das erste Mal mit der Diskussion über das „richtige“ Instrument Bekanntschaft. Irgendwann reichte die alte elektronische Orgel nicht mehr aus. Es wurde ein Klavier angeschafft. Dann gab noch eine Gitarre und ein kleines Schlagzeug und viele Leute hielten das für übertrieben und weltlich. Die Diskussion war entbrannt.

Oft wird die Frage gestellt: Welches Instrument ist für die Anbetung Gottes das Richtige? Wenn wir uns die Psalmen anschauen, dann ist die Antwort relativ einfach. In Psalm 150 werden uns jede Menge von Instrumenten genannt, unter anderem Posaunen, Harfen, Zithern, Tamburin, Saitenspiel, Flöte und klingende und schallende Becken. Es gibt in der Bibel aber eine noch weitausgrößere Vielfalt an Instrumenten. Grundsätzlich sei gesagt, dass die Bibel kein Instrument zur Anbetung Gottes ausschließt. Daraus schließe ich, dass jedes Instrument für die Anbetung Gottes geeignet ist. Trotzdem gibt es darum leider sehr viele Diskussionen.

Wenn wir in die Geschichte schauen, dann sehen wir, dass diese Diskussion nichts Neues ist. Ein Instrument, das die meisten Christen unweigerlich mit Kirche, Gottesdienst und Musik in Zusammenhang bringen, ist die Orgel. Sie ist das typische christliche Instrument. Aber selbst als die Orgel im zehnten Jahrhundert eingeführt wurde gab es heftige Diskussionen. Man beschimpfte sie als Straßeninstrument, da sie vor allem auf Jahrmärkten gespielt und zur Belustigung der Leute eingesetzt wurde. Sie war damals das unchristlichste Instrument, was man sich überhaupt denken konnte. Heute ist sie aber aus der Kirche gar nicht mehr weg zu denken. Und in vielen Gemeinden hat sie ihren Platz gefunden. Auch als im 16. Jahrhundert die Geige entstand, gab es viel Streit. Sie galt als ein Instrument des niederen gesellschaftlichen Standes und man erkannte in ihr die „säuselnde Stimme Satans“. Diese Töne wecken in Christen angeblich schlechte Gedanken.

Viele Instrumente, die wir heute als christliche Instrumente bezeichnen, wurden bei ihrer Entstehung wegen ihrer zu großen Weltlichkeit kritisiert. Eines lässt sich an der Geschichte sehen: Wann immer sich eine Änderung bei Instrumenten abzeichnete, gab es Gegner: Menschen, die die neuen Instrumente, als minderwertig, niveaulos, zu weltlich, ja sogar als satanisch bezeichneten.

Die Frage, die wir uns eigentlich stellen müssen heißt: Wie setze ich ein Instrument zur Ehre Gottes ein? Es gibt sicherlich ein paar einfache Regeln, die man bei der Auswahl der Instrumente beachten kann. Dazu gehört zum Beispiel auch die Lautstärke einzelner Instrumente und dementsprechend dann der gesamten Musik. Kann man dazu noch singen oder versteht man sein eigenes Wort nicht mehr? Oder auch die Frage, ob das Instrument dem Anlass angemessen ist und  in wie weit die verschiedenen Instrumente zusammenwirken und zusammenspielen können.

Wir sollten nicht in die Falle tappen und den Fehler machen zu übersehen, dass ein Instrument schon längst ein Werkzeug Gottes sein kann, während wir es noch abwerten und darüber schimpfen.

Diesen Artikel habe ich vor einiger Zeit für die Zeitschrift komm geschrieben.